Über Würde, Nähe und Sichtbarkeit

Ich arbeite dokumentarisch, weil mich interessiert, was zwischen den sichtbaren Momenten liegt.
Dort, wo Beziehung entsteht, Haltung spürbar wird und sich etwas zeigt, das im Alltag oft übersehen wird.

Meine Kamera greift nicht ein – sie beobachtet.


Ich bewege mich aufmerksam durch Situationen, nehme wahr, warte, begleite.
So entstehen Bilder, die nicht gestellt sind, sondern gewachsen.
Für mich ist die Kamera ein Werkzeug, um sichtbar zu machen, was ohnehin da ist.

Ich habe kein klassisches Fotografie- oder Designstudium absolviert.
Meine Arbeitsweise ist stattdessen geprägt von Beobachtung, Analyse und einem feinen Gespür für Menschen.
Was ich mir über Jahre angeeignet habe, ist kein Titel, sondern eine Haltung: aufmerksam, respektvoll und mit Vertrauen in das, was entsteht, wenn man Raum lässt.

Inhaltlich zieht sich eine klare Linie durch meine Arbeit: die Sichtbarkeit von Frauen – für sich selbst und für andere.
Mich interessieren Würde, Selbstermächtigung und die oft unsichtbare Arbeit, die unseren Alltag trägt.
Carearbeit ist für mich kein Randthema, sondern ein gesellschaftlicher Kern.
Auch Solo-Mutterschaft verstehe ich nicht als Ausnahme, sondern als eine von vielen gelebten Familienrealitäten.

Ich glaube, dass Bilder mehr können als erinnern.
Sie können Beziehungen stärken, Selbstbilder verändern und Wertschätzung sichtbar machen.
Für Frauen, für Kinder, für Familien – und für all das, was oft selbstverständlich erscheint und doch von großer Bedeutung ist.

Meine Arbeit ist leise, aber nicht neutral.
Nah, ohne zu vereinnahmen.
Und sie entsteht immer im Respekt vor dem Moment und den Menschen, die ihn teilen.

Vielleicht ist das ein guter Moment, miteinander ins Gespräch zu kommen.